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Werkzeuge gegen Internet-Werbung und Tracking

Surfen im Internet ist schon lange knallharter Kommerz. Die Zeiten, dass der weltweite Rechnerverbund – heute als Internet bekannt – ausschließlich dem Austausch von Informationen und wissenschaftlichen Dokumenten diente ist vorbei.
Heute wird mit Benutzerprofilen Geld gemacht. Dass das uns alle etwas angeht und auch diejenigen, die da meinen „Och, ich habe doch nichts zu verbergen. Das betrifft mich nicht!“, soll dieser Artikel zeigen, genauso was man gegen Tracking machen kann.

 

Werbung auf den besuchten Websites ist lästig und stört bei der eigentlichen Informationsaufnahme. Bisher hilft hier das Firefox-AddOn „AdBlock Plus“, das mittlerweile eine Marktmacht ist. Doch inzwischen sieht man damit die gesamte Website nicht mehr. Denn jeder Browser übermittelt auch weitere Daten (u.a. Betriebssystem, Browser-Typ, Monitorauflösung, installierte AddOns usw.) an den Webserver mit der besuchten Website. So ist es leicht Verzweigungsentscheidungen in die Websites-Programmierung zu legen, die die Seite blockieren, wenn „AdBlock Plus“ installiert ist.
Das ist die eine Sache, die Andere ist die Tatsache, dass die Verantwortlichen hinter AddBlock mittlerweile gegen Bezahlung die eine oder andere Werbung erlauben. Das ist verwerflich, denn zugesagt wird ja gerade werbefreie Websites mit diesem Werbe-Blocker und zusätzlich verdient eine dritte Partei auch noch mit an der Werbung, wird dabei sogar zum Monopolisten in dieser Sache.

Was ist so verwerflich an der Werbung?

Eigentlich erst einmal nichts, denn unsere Marktwirtschaft benötigt Werbung, außer dass sie lästig wird.

Gefährlich wird das Ganze erst durch das Tracking und durch falsche Schafe, die hier mal als Werbe-Fakes bezeichnet werden sollen.
Zunächst zu Letzteren. Dem Websites-Besuchern kann es gar nicht auffallen, dass hinter einem seriös erscheinenden Werbebanner zum Beispiel einer bekannten Automarke ein Programm versteckt ist, das sich mit Aufruf des Banners oder sogar bereits mit Aufruf der eigentlichen Website auf dem lokalen PC, Smartphone, Laptop oder Tablet installiert. Was dann geschehen kann, soll jetzt nicht an dieser Stelle Inhalt sein.
Das ist somit eine ernst zu nehmende Gefahr für alle im Internet Surfenden, egal wie wichtig die Einzelnen sich halten.

Die andere Gefahr ist das Tracking. Auch hier gibt es eine Mehrzahl an Menschen, die das für vernachlässigbar halten, weil sie ja nichts zu verbergen haben. Das stimmt aber nicht.

Erst vor kurzem hat ein guter Kumpel, der ständig für Dritte Billigflüge nach Kenia vermittelt, festgestellt, dass ein und derselbe Flug erst sehr billig ist, um dann innerhalb von Minuten plötzlich nur noch teuer angeboten wird. Und das bei allen Flugportalen, die er benutzt. Auch das ursprüngliche Ergebnis ist nicht mehr dasselbe, wenn er es jetzt buchen will.

Warum ist das so?

Unsere Browser lassen Cookies zu. Das sind kleine Dateien mit der besuchten URL und websites-spezifischen Code. Das reicht aber bereits aus, dass beim Tracking die Spur des Internet-Surfers im Internet verfolgt werden kann. Es werden dabei keine personentypischen Daten bekannt, aber die Trackingsysteme auf den einzelnen Webservern erkennt, wann was wie lange und wie oft besucht wurden ist. So kann sehr schnell festgestellt werden, dass der Surfer ein Apple-Fan auf der Suche nach einem aktuellen MacBook ist oder wie im Fall meines Kumpels jemand ist, der gerade nach sehr günstigen Flügen nach Kenia ist. Das Resultat wird sein, das ihm selbstverständlich nicht die billigen Preise angezeigt werden, die sind ja für alle Unentschlossenen gedacht, sondern die Produkte zu höheren Preisen angezeigt werden.

Was kann man dagegen tun?

Als Allererstes verwenden wir nur wirkliche freie OpenSource-Browser wie den Firefox, da diese nicht den kommerziellen Aspekten unterworfen sind wie es bei dem Chrome-Browser von Google oder dem Safari von Apple der Fall ist.

Dann lassen sich über „Extras/Addons“ im Firefox „uBlock Origin“, „Privacy Badger“ und „Ligthbeam“ installieren.
uBlock Origin ist ein unter der GPLv3 stehender Werbeblocker, der vor allem anders als AddBlock Plus absolut keine Werbung mehr durchlässt und reine Open Source Software ist. Vor allem aber ist es noch nicht so bekannt, das die wenigsten Websites erkennen, dass ihre Werbung geblockt wird.

Mit Privacy Badger installiert man sich ein Tool, das in der Lage ist die unsichtbaren Tracker zu blocken, von denen oben die Rede war. Besonderer Mehrwert hier ist die Tatsache, dass dieser Blocker automatisch dazulernt und somit immer mehr Tracking-Versuche erkennt und damit blocken kann.

Wie verzweigt das Tracking sein kann, zeigt das AddOn „LightBeam“. Jede geöffnete Website wird hier als Kreis dargestellt plus eventuell vorhandener Tracking-Tools, die als Dreiecke repräsentiert werden. Kritisch wird es, wenn andere Websites genau dasselbe Tracking-Tool verwenden, was andere Seiten auch bereits nutzen. Denn dann werden untereinander vor allem über die Cookies Surfverhalten ausgetauscht. Dargestellt wird das durch die gemeinsamen Dreiecke in dem Netzwerkverbund.

Wer also immer möchte, dass er oder sie Informationen unbeeinflusst von früheren Internetseitenbesuchen erhält, wird sich so ein Tracking-Blocker installieren.

Tor-Browser

Noch besser ist jedoch mit dem Tor-Browser zu surfen. Hier wird durch die Nutzung eines entsprechenden Tor-Netzwerkes und einen sicherheits-modifizierten Firefox-Browser garantiert, dass die aufgerufenen Websites gefakte Informationen über Betriebssystem, Browser-Version, AddOns und Monitorauflösung bekommen. Zusätzlich garantiert dieser Webbrowser, dass nicht die aufrufende IP-Adresse bekannt wird, sondern die Anfrage kommt letztendlich meistens aus einem anderen Staat, als in dem der eigene Webbrowser steht. Zudem kann man diese Identität während einer Sitzung auch noch manuell auffrischen und damit verändern.

Aber auch der Firefox-Browser lässt, wie hier beschrieben entsprechend absichern gegen unerwünschtes Tracking und mehr Datenkontrolle.

Fazit

Zuletzt noch eine Erinnerung an alle. In der Nutzung zählt nicht die Einstellung „Ich habe sowieso nichts zu verbergen. Ich surfe so uninteressant, dass das absolut nicht auffällt.“ usw., sondern dass man überhaupt sich im Internet bewegt. Tracking wird Jeden gefährlich durch die oben gezeigte Beobachtung meines Kumpels und vor allem für die Gemeinschaft insgesamt. Wir alle haben in den vergangenen 4 Jahren Trump erlebt und was beim Brexit mit Apps ganz massiv manipuliert wurden ist. Weil Viele sich haben tracken lassen, haben ebenso Viele dann manipulierte Informationen zu sehen bekommen, mit den Resulaten, dass wir heute eine gefährliche Witzfigur an der Macht haben und in Großbritannien sich die Gesellschaft gefährlich in zwei diametrale Lager gespalten hat.